Der Deutsche Orden / Der Deutsche Orden

Der Deutsche Orden

Die Geschichte des Deutschen Ordens umfasst mehr als acht Jahrhunderte. Er ist damit eine der ältesten überregionalen europäischen Organisationen.

Seine Anfänge führen zurück in die Zeit der Kreuzzüge, als die christliche Kirche dazu aufrief, Palästina und die heiligen Stätten in Jerusalem von den „Heiden“ zu befreien.

Um 1190, während des dritten Kreuzzuges, gründeten bei der Belagerung der Stadt Akkon an der Bucht von Haifa einige Männer aus Bremen und Lübeck ein Feldhospital, das christliche kranke Pilger und verwundete Krieger betreuen sollte. 1198 wurde diese Gemeinschaft von Papst Innocent III. zum geistlichen Ritterorden erhoben.

Geschickte Politik, die Ausnahmepersönlichkeit Hermann von Salza als Hochmeister und ein Konzept, das den Zeitgeist traf, verhalfen dem Deutschen Orden zu zahlreichen Privilegien und großzügiger Förderung durch Kaiser, Papst und Adel.

Schließlich bekam der Orden vom Kaiser das Recht zugesprochen, das Land der Pruzzen, das spätere Ostpreußen, zu erobern und zu missionieren. Dies war der Beginn des Ordensstaates im Baltikum. Nach dessen Ende und der Reformation bestand der Orden im Deutschen Reich mit umfangreichem Grundbesitz fort. Das ritterliche Element ging mit dem Ende des 1. Weltkrieges endgültig verloren und seit 1929 ist der Deutsche Orden ein rein klerikaler Orden.

Zwischen Mythos + Geschichte

Es gibt wenige Themen in der Geschichtsforschung, über die so viel geschrieben und gestritten wurden, wie der Deutsche Orden. Dies gründet zum einen in der langen Zeit seines Bestehens, die quasi eine Klammer um 800 Jahre europäische Geschichte legt, zum anderen in der Instrumentalisierung seiner Geschichte für ideologische und nationalistische Zwecke.

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Geschichte

Gegründet wurde der Deutsche Orden als weltliche Hospitalgenossenschaft zur Pflege von Kranken und Verwundeten auf dem dritten Kreuzzug. Nach dem Vorbild der Johanniter und Templer wurde er 1198 in einen Ritterorden für den Glaubenskampf gegen die „Heiden“ umgewandelt.

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Organisation

Als Ordensregel wurde diejenige der Templer übernommen, die später den eigenen Bedürfnissen angepasst wurde.

Tracht

Tracht und Haarschnitt der Ordensbrüder waren genau festgelegt: Über dem langen Nidercleit (Hemd) und der Bruche (Unterhose) wurden ein Paar Beinlinge und ein langer schwarzer Konventsrock getragen. Darüber kam eine Art Umhang, der weiße Mantel, der mit einem Zugband geschlossen wurde. Die Regel legte fest, dass an diesem Mantel ein schwarzes Kreuz getragen werden muss. Meist war dies etwas unterhalb der linken Schulter angebracht und war das eigentliche Erkennungszeichen der Deutschen Ordensbrüder.

Auf dem Kopf trugen die Ordensbrüder eine einfache helle Filzkappe.

Das Haupt- und Barthaar war so zu stutzen, dass der untere Teil der Ohren zu sehen ist.

Ordensangehörige

Dem Deutschen Orden gehörte eine Vielzahl unterschiedlicher Gruppen an. An der Spitze der Hierarchie stand der auf Lebenszeit gewählte Hochmeister. Er war im Ordensstaat auch der Landesfürst. Unter ihm gab es fünf höchste Verwaltungsbeamte, die Großgebietiger. In den einzelnen Ländern stand ein Landmeister an der Spitze, in Deutschland war dies der Deutschmeister.

Tägliches Leben

Ein gleichförmiger spartanischer Tagesablauf und ein sehr einfaches Leben bestimmte das Leben der Ordensbrüder. Die Grundversorgung mit Nahrung, Obdach und Kleidung war durch die Gemeinschaft gesichert. Bei Eintritt in den Orden war absoluter Gehorsam zu geloben und das persönliche Vermögen vollständig zu übereignen.

Rüstung + Waffen

Der Ordensritter ritt in die Schlacht, denn seine umfangreiche Rüstung wog etliche Kilogramm. Die Rüstung diente gleichzeitig der Erkennung und dem Schutz. Je umfangreicher sie war, desto mehr wog sie und schränkte den Ritter in seiner Bewegungsfreiheit ein.

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